Film, Sprache und Kultur
Rückblick: Film «Unser Name ist Ausländer» im Widitreff
Am 26. Mai zeigte unser Verein im Widitreff Zuchwil den preisgekrönten Kurzfilm «Unser Name ist Ausländer» der kurdischen Regisseurin Selin Besili. Der 21-minütige Film setzt sich eindrücklich mit Fragen von Heimat, Identität und Zugehörigkeit auseinander.
Im Zentrum des Films steht die Familie der Regisseurin, die seit ihrer Kindheit Teil des Dorflebens ist und dennoch von vielen als «die Ausländer» wahrgenommen wird. Im Film tragen die vier Geschwister das Wohnzimmer in die Öffentlichkeit: Zuerst den bunten Teppich, dann das Sofa, schliesslich den türkischer Kaffee. So entsteht eine neue Geschichte, in der Erinnerungen, Wut, Humor und Widerstand nebeneinander Platz finden.
Das an die Vorführung anschliessende Gespräch mit der Regisseurin wurde von Diana Kabashi moderiert. Darin wurden die Entstehung des Films sowie die unterschiedlichen Erfahrungen der Familienmitglieder mit dem Gefühl des Fremdseins vertieft. Durch die eigenen Migrationserfahrungen der Moderatorin entwickelte sich zudem ein persönlicher Austausch über Identität, Herkunft und das Leben zwischen verschiedenen kulturellen Bezugspunkten. Dabei wurde deutlich, dass Dankbarkeit für das Leben in der Schweiz und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen einander nicht ausschliessen. Zum Abschluss wurde auch das Publikum in die Diskussion einbezogen.
Bei einem reichhaltigen Apéro mit feinen türkischen Spezialitäten klang der gelungene Abend in angeregten Gesprächen aus.
Vorlesen verbindet – ein Fest der Sprachenvielfalt
Am 21. Mai 2025 verwandelte sich der Zuchler Widitreff in einen Ort der Sprachenvielfalt und des kulturellen Austauschs. Am Schweizer Vorlesetag lud der Verein Zusammen in Zuchwil zu einem literarischen Potpourri ein: Zwölf Muttersprachler lasen Kindern und Erwachsenen aus ihren Lieblingsbüchern vor – auf Polnisch, Finnisch, Tigrinya, Türkisch, Spanisch, Englisch, Albanisch, Italienisch, Kroatisch, Arabisch, Schweizerdeutsch und Armenisch.
Begleitet wurden die Beiträge von der Sprecherin Sangeetha Sander, die die Texte jeweils auf Hochdeutsch vorlas. So konnten die Zuhörenden nicht nur der Klangvielfalt lauschen, sondern auch den Inhalt verstehen.
Rund 60 Gäste genossen im Widitreff lustige, berührende und tiefgründige Geschichten. Der Anlass inspirierte viele Anwesende zu angeregten Gesprächen zum Thema Sprachenvielfalt in unserer Gemeinde. Diese wollen wir in Zuchwil weiterhin wertschätzen und feiern!
Filmvorführung HABIBI SAMI mit anschliessendem Gespräch
Am 27. Mai 2025 zeigte der Verein ZUSAMMEN IN ZUCHWIL im Widitreff den rund 30-minütigen Dokumentarfilm HABIBI SAMI. Im Mittelpunkt steht Sami Daher, der sich mit seinem Restaurant «Pittaria» in Solothurn erfolgreich in der Schweiz integriert hat – und dennoch von der Sehnsucht nach seiner Heimat Palästina begleitet wird. Der Film erzählt einfühlsam von seiner inneren Zerrissenheit und seinem Weg zwischen zwei Welten.
Im Anschluss war ein Gespräch mit Sami Daher und der Regisseurin Lesley Kennel geplant. Leider konnte Sami Daher krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Lesley Kennel bot jedoch spannende Einblicke in die Entstehung des Films, die Dreharbeiten in Solothurn und Nazareth sowie ihre Begegnungen mit Samis Familie.
Die rund 70 Anwesenden zeigten sich berührt – besonders von Samis authentischem Auftritt und der sensiblen filmischen Umsetzung. Kennel betonte, dass es ihr wichtig war, Sami als Mensch zu porträtieren, nicht einen politischen Film über den Palästinakonflikt zu drehen. Dennoch werde die dramatische Lage in Palästina im Film spürbar. Ein Zuschauer lobte den Film für seinen faszinierenden, menschlichen Einblick in die palästinensische Kultur – ein bewegender Kontrast zur medialen Darstellung von Krieg und Leid, unter dem das palästinensische Volk leidet.